Rechtswirksamkeit einer mündlichen Abmahnung

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Der Arbeitsvertrag enthält alle wesentlichen Bestimmungen, die für beide Parteien bindend sind. Neben den Regelungen zur Arbeitszeit und zum Urlaub werden auch Aussagen zur Kündigung getroffen. Gerade dieser Punkt sollte genauer betrachtet und gelesen werden. Teilweise werden hier schon Bemerkungen zu bestimmten Verhaltensweisen, die eine Kündigung nach sich ziehen, gemacht. In vielen Verträgen findet man beispielsweise schon den Hinweis, dass ein generelles Alkoholverbot auf dem Firmengelände und während der Arbeitszeit herrscht. Wird gegen diese Regelung verstoßen, ist zwangsläufig mit einer Kündigung zu rechnen. Neben dem Arbeitsvertrag erhält der Arbeitnehmer im Regelfall für seinen Arbeitsplatz eine Stellenbeschreibung. In dieser sind unter anderem die Tätigkeit, das Aufgabengebiet und die Weisungsbefugnis beschrieben. Somit ist seine Stellung in dem Unternehmen klar definiert.

Die Abmahnung ist ein wirksames Mittel, um den Arbeitnehmer auf einen Verstoß gegen seine Pflichten und die daraus resultierenden Konsequenzen aufmerksam zu machen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte der Abgemahnte sein Verhalten überdenken beziehungsweise dieses verändern. Die Gründe für eine Abmahnung können vielfältig sein. Kommt der Arbeitnehmer häufig zu spät und reagiert auf entsprechende Hinweise und Ermahnungen nicht, so kann dies beispielsweise ein Grund sein, ihn abzumahnen.

Für eine rechtsgültige Abmahnung sollten allerdings einige Punkte beachtet werden. Damit diese wirksam ist, muss die Art der Pflichtverletzung konkret dokumentiert werden. In dem Beispiel ist der Sachverhalt der verspätete Dienstantritt. Dieser muss mit Datum und Uhrzeit benannt werden. Es kann auch darauf hingewiesen werden, dass es sich um kein einmaliges Vorkommnis handelt und bereits Ermahnungen ausgesprochen wurden. Ein weiterer Punkt ist der Hinweis, dass dieses Verhalten in Zukunft zu unterlassen ist. Der Hinweis in dem beschriebenen Fall ist also, dass zukünftig der Arbeitnehmer pünktlich zu Arbeitsbeginn zu erscheinen hat. Der letzte Punkt ist die Warnung, was bei Zuwiderhandlung passiert. In den meisten Fällen wird hier die Kündigung angedroht. Die schriftliche Abmahnung wird von beiden Parteien mit Datum des Erhalts unterzeichnet. Wichtig ist beim Arbeitnehmer der Zusatz, dass er die Abmahnung gelesen und verstanden hat. Der Abgemahnte kann eine Stellungnahme zu der Abmahnung schreiben. Diese wird dann zu der Abmahnung in der Personalakte abgelegt. Dort verbleibt die Abmahnung 2 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist kann der Arbeitnehmer die Entfernung aus der Personalakte verlangen. Übrigens hat eine mündliche Abmahnung die gleiche rechtliche Wirksamkeit. Es ist aber angebracht, eine Abmahnung immer schriftlich zu fixieren. Das beugt Streitigkeiten vor dem Arbeitsgericht im Falle einer Kündigung vor.

Verändert der Abgemahnte sein Verhalten nicht, so muss der Arbeitgeber die Kündigung aussprechen. Ansonsten hat die Abmahnung ihr Ziel verfehlt. Es handelt sich dann „nur noch“ um eine leere Drohung. Letztendlich ist das dann wie bei der Erziehung eines Kindes: Eine Strafe wird angedroht und nicht ausgeführt. Bildquelle : © Thorben Wengert / pixelio.de

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